lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Silkes 2. Ultra: 50km Lahntallauf in Marburg...


Gerade mal 4 Wochen nach meinem ersten 50km Lauf in Rodgau ging es nach Marburg. Schließlich haben wir mit  Lauf-stark fürs leben  eine fast 1000km lange Strecke im August vor uns, da muss langsam aufgestockt werden. Die aufgehende Sonne während der frühen Zugfahrt versprach einen herrlichen Tag, auch wenn es beim Ausstieg in Marburg Süd noch bibbernd kalt war.

Anfangs recht früh doch noch sehr einsam, traff ich dann auf Oliver Nink und einen Bio-Runner, was mich sehr freute und die Zeit bis zum Start vertrieb. Vom Training war ich gut drauf, aber die vergangene Woche war mit unregelmäßigen Essen und wenig Schlaf nicht das Optimum.

Doch ich stand freudig mit getapten Knöcheln, pinken Kompressionsstrümpfen und meinen neu geliebten Cloudflyern am Start und trabte mit über 1000 Startern in den Sonnenschein. Für die Runden hatte ich  mir verschiedene MotivationsMottos überlegt:

Runde 1: JOAH MAL WARM TRABEN

Lief recht locker in der Masse, erste kleine "Hallos" "Guten Lauf",... Fand die Stimmung von Anfang an sehr freundlich und wohlwollend untereinander. Bei km 3 gab es bei einem Läufer kurz vor mir den ersten Sturz, aber sichtbar ein paar wenige Schürfwunden trabte er nach 1km wieder davon. 600 Meter vor Rundenende traff ich auf eine 10km Läuferin, die sich sehr dankbar von mir in ihr Finish pushen ließ, dass motivierte mich sehr, so macht laufen gemeinsam stark.

Runde 2: JETZT MACHTS SPASS

Locker vor mich hintrabend hörte ich hinter mir, wie mein T-Shirt und das Logo betrachtet wurde und ich kam mit mehreren Läufern ins Gespräch und war sehr positiv vom Interesse und Austausch bewegt. Mit einer sehr netten Läuferin aus Bonn beendete ich die 2. Runde.

Runde 3: ES WIRD ANSTRENGEND

Ja das wurde es dann wirklich. Ich spürte plötzlich ganz massiv die Müdigkeit und Erschöpfung der Woche, konnte Pace kaum halten und fing an mich von Verpflegungsstand zu Verpflegungsstand mit Cola zu pushen. Auf der Strecke traf ich auf einen super netten Menschen aus Berlin, der mir bis km 40 immer wieder mit kurzen netten Gesprächen die Zeit verschönte.
Ab km 25 überlegte ich leise bei 30km auszusteigen, da sich die Erschöpfung bei 6-6:30iger Pace mit 180 Puls zeigte, aber da traff ich auf den Verpflegungsstand bei km -6,5 und hielt kurz Rast. So freundlich, fröhlich.... irgendwie dacht ich mir: Da will ich noch mal hin. Lass Dir Zeit, genieß die Sonne und lauf.

Runde 4: LAUF-STARK FÜRS LEBEN

Die Runde begann mit den Worten des Sprechers: Die Nummer 717, Silke von Lauf-stark fürs leben passiert und geht in die 4. Runde. Ja wahrlich stark sieht sie aus. (Bleibt Frau da ne Wahl? Nach 500Metern wieder Cola und kurze Scherze, joah, trabend, gehend und dann mit dem Takt der nun hörenden Musik gings voran. Auf der Strecke nun deutlich weniger los. Aber absolute Konzentration auf den Sonnenschein, die freundlichen Grüße, Blickkontakte unter den Läufern.

Und nun zeigte sich auch der Erfolg. Keine Knöchelschmerzen durch das Tapen zur Stabilisierung und die Cloudflyer laufen auch ab 30km noch prima. Dann mein Lieblingsverpflegungspunkt. Ein paar Salzstangen, nette Worte, ich komme gleich nochmal...

Runde 5: VERLIEBT- NUR FÜR einen bestimmten Menschen...

Ja, nun ist es raus... Etwas unglaublich Neues und Aufregendes ist in mein Leben getreten und ist wohl auch Teil der Entwicklung mit Lauf-stark, dass ich mich diesen Schritt wage. Mega glücklich, dass ich es nun bis hierher geschafft hatte verging die letzte Runde wie in Trance. An jeder VP ein wenig Cola, Dank und nette Worte zum Abschied und irgendwann brach der letzte km an. Noch gehend über den leichten Anstieg über die Brücke trabte ich breit grinsend mit Endspurt über die Ziellinie. Zeit egal, es war herrlicher Sonnenschein, mit ging es gut und ich hatte mich bremsen können und dadurch und mit guten Gedanken durchhalten können.

Allgemein hab ich bei einem Lauf noch nie soviel Miteinander erlebt. Ging ich ein Stück, wurde ich von Überholenden gefragt ob alles okay sei, ich etwas brauchte, im Zieleinlauf gepusht und bejubeld von bereits gefinishten Läufern und Zuschauern,.... Dafür ein großes DANKE.

Allgeimen hab ich glaub in meinem ganzen Leben noch nie so viel Cola getrunken wie während diesem Lauf und mich Null darum gekümmert, was ich da nun so probiere und knabbere. Mein Magen hat voll mitgemacht. Auch wenn ich jetzt erst mal voll Cola-übersättigt bin.
Joah heute ein Tag später fühl ich mich noch erschöpft und leichten Muskelkater, aber die Pläne für den nächsten Lauf werden natürlich geschmiedet