lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 6 oder: "Wie kräfteweckend kann Erfrischung sein..."

Läuferisch war Tag 6 der erste harte Tag für mich – mit dem ein oder anderen kleinen Problemchen. 

Super nette Begleitung hatte ich von Toisdorf an – 3 andere Frauen, von denen die eine schon mal locker von Bonn aus 15km hingelaufen war – ganz entspannt um 6 Uhr früh, um um 8 Uhr am Treffpunkt zu sein. Zu dritt sind wir dann nach Bonn getrabt und haben uns wirklich schön unterhalten. Es ist irre, wie viele starke Menschen ich auf der Tour (oder in der Vorbereitung) kennen lernen darf!

Dummerweise fing bei mir der Bereich Fußgelenk an zu mucken – nicht schlimm, aber RIESEN SCHRECK – es dürfen sich Probleme gar nicht erst anbahnen. Zum Glück habe ich festgestellt – ich hatte einfach den Schuh minimal zu eng geschnürt – die Erleichterung des Tages.

In Bonn stand schon an der Nordbrücke das Empfangskommitee von Solwodi bereit – übrigens eine Beratungsstelle, die spontan ihre Begeisterung ausgedrückt hatte und den Wunsch, Anlaufstelle bei „lauf-stark“ zu sein. So etwas ist für mich immer bersonders berührend. Weiter ging es dann also mit mehr Radfahrerinnen und Fußgängern bis zu Solwodi, wo wir sehr nett empfangen wurden. Diesmal war es ein sehr spannendes und informatives Treffen – die Arbeit von Solwodi gegen Zwangsprostituion war auch mir nicht gut bekannt. Erschreckend und bitter, dass sogar St. Augustin in der entsprechenden Szene als Zentrum für „loverboys“ bekannt ist… Eine unglaublich sympathische und bodenständige „Besatzung“, die Solwodi in Bonn hat – herzlichen Dank an euch! 

Weiter gings dann mit Eva in die Mittagshitze hinein. Innerhalb der einen Stunde Pause war die Sonne stechend geworden, und ich war Eva echt dankbar für die Begleitung. Wir haben schön geschnackt (hatten uns auf dem Dragon Ultra kennengelernt) – Eva ist Läuferin, hantiert aber gerade noch mit der Endphase einer Verletzung und so schätze ich es doppelt, dass sie das Jucken in den eigenen Füßen überhört und das Fahrrad für die Begleitung in Kauf genommen hat!

Wie ihr sehen könnt, haben Lara, Berta und Hummelchen dann die Pause für eine eigene Fahrrad-Spritztour genutzt. 

Die Hitze war heftig – fast komplett durchs freie Feld, dazu heftiger Gegenwind – gefühlt auch mit Wüstentemperaturen. Ich habe wirklich gekämpft – der Kopf sagt irgendwann – kann nimmer. Und da kam uns wieder einmal der hellseherisch veranlagte Günter zupass, der natürlich „extra“ den Weg so gelegt hat, dass wir einen kleinen Bach durchqueren mussten. (Früher war da wohl – auch auf den Karten – eine Furt…) Ich habe gelernt, wie leben-und kräftespendend eine Erfrischung sein kann – danach waren die Kräfte wieder da. Und noch etwas anderes – uaaaah wie gut tut es, bei Hitze die Calfs (Beinline) feucht zu machen – UNGLAUBLICHE WIRKUNG!!! 

Die letzten Kilometer waren ein bisschen abenteuerlich, denn an der Autobahn hat Eva sich doch tatsächlich standhaft geweigert, es jetzt noch einmal der Stelle am  Bach gleichzutun und die Autobahn zu Fuß zu überqueren. So was. (Günter war ganz bedröppelt und fragt sich, wie ihm „so ein Fehler“ ;-) passieren konnte. Aber ehrlich – die Tourenplanung ist eine derartige Leistung, irgendwo MUSS auch mal was verkehrt laufen…) Aber nach kleinem Umweg sind wir auf den Track zurück und bis Dom-Esch, wo tatsächlich einige LäuferInnen und Radlerinnen der Hitze die Stirn bieten wollten!!! Hut ab für so viel Aufraffen und Power!

Schön ruhig gings dann also zum Fußgängertreffpunkt (Eva durfte zu ihrer Freude auch noch einmal die Laufschuhe schnüren…)  – Euskirchen ist ein Heimspiel für mich, dort ist „meine“ Frauenberatungsstelle. Es hat unglaublich gut getan, die Leute zu sehen.

Ich glaube, bei lauf-stark bin ich meist ziemlich souverän und es ist auch einfach toll wie viele Menschen dabei sind. Aber es gibt eben auch die anderen Aspekte; einiges, was auch für mich nicht einfach ist. Und es tut unendlich gut, Menschen zu treffen, denen man in die Augen schaut und genau weiß: Sie verstehen das… Danke an euch alle, dass ihr da wart!!! 

Die Evangelische Kirchengemeinde Euskirchen mit Pfarrer Gregor Weichsel empfing uns auf dem Weg dann noch mit einem Lied: „Lasst und die nötigen Schritte tun…“ Sehr bewegend gerade auch, wenn Kirchen sich so solidarisch erklären. 

Gemütlich wurde es im City-Forum beim super netten Empfang. Und spannend – Anna Senkel vom Verein „Hunde für handicaps“, Fiannas Trainerin, hat einen Vortrag über Assistenzhunde PTBS gehalten – und 3 ihrer 7 Hunde mitgebracht.

Anna ist toll – als Trainerin und als Mensch – für mich war es unendlich schön, sie wiederzusehen.

Und: Der Verein „Hunde für Handicaps“ hat das Vortragshonorar „lauf-stark“ gespendet. Ist das nicht unglaublich toll! 

Insgesamt ein sehr bewegender Tag – entschuldigt deswegen auch die Länge des Berichtes (2 Anlaufstellen sind viel…). Und ich am Abend mega platt. Die Ankünfte mit den vielen Menschen sind das anstrengende momentan, mehr als das Lauf. Aber eben auch sehr bewegend...