lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 5 oder: "Jeder Mensch sollte einen Günter haben..." ;-)

Ganz ehrlich – Günter will ja immer nicht, dass ich Loblieder auf ihn singe. Erst recht nicht vor Hamburg, sagt er.

Aber ich find einfach nur gigantisch, wie er uns unterstützt. Wenn ich 2 Kilometer nach Start Hilfe rufe, weil Paula noch müde von der ganzen Aufregung ist und Pause braucht, dann kommt er „einfach mal so“ an Punkt x. Mitten im Nirgendwo. Wenn ich an einem 10km-Treffpunkt eintrudel, hält er schon Wasser bereit, nimmt mir Rucksack und Co. ab, schaut, ob ich was brauche. Macht Fotos und bespaßt zu allem Überfluss die Hunde. Er erträgt, wenn ich hektisch werde oder kurz angebunden, weil müde… An den Treffpunkten mit Leuten sorgt er mit für alle, und abends sitzt er noch da und bearbeitet die Fotos – neben der allabendlichen Massage. Ist selbst manchmal am Limit, weil alles für uns beide viel ist – und sieht trotzdem, dass mir lauf-stark so wichtig ist. Ich habe manchmal echt ein schlechtes Gewissen, dass ich ihm das antue, und ich bin froh, dass wir ehrlich darüber gesprochen haben, ob wir uns das gemeinsam vorstellen können. 

Ich frage mich manchmal womit ich einen solchen Menschen verdient habt. Der mich so bedingungslos unterstützt. Aber das ist vermutlich der Punkt: Liebe verdient man nicht, Liebe bekommt man geschenkt.

In diesem Sinne: Jeder Mensch sollte einen Günter haben – oder eine „Günterine“ ;-) 

Das Laufen heute war richtig genial – ist einfach dahin gerollt. Die Hitze war unangenehm, aber ich habe das flachere Land echt genossen. Um dann die letzten 8 km mit Fahrradeskorte mal eben in einen 5:20er-Schnitt zu fallen – uuuups…

Das war allerdings garantiert nur der hervorragenden Massage zu verdanken, die mir keine geringere als Birgit Lennartz angedeihen ließ. Sie gehörte lange Jahre zur deutschen Spitzenklasse im Ultra- und Marathonbereich, war zigfache Deutsche-Meisterin und Siegerin unzähliger (Ultra-) Marathons.

Ich hatte ja vorher gesagt, ich würde in Ehrfurcht erstarren, ihr zu begegnen – aber es waren einfach nur nette 2 Stündchen mit entspanntem Geplauder – und wie gesagt einer wirklich hilfreichen Massage – wow! Ich glaube, das zeichnet die wirklich „Großen“ aus – egal in welchem Bereich. Eine wohltuende Unaufgeregtheit ohne jedes Eingebildetsein. Ein ganz ganz liebes Dankeschön für alles!

So konnte es an die letzten 8km frisch gehen, begleitet von 6 Radlerinnen bzw. dann noch einigen mehr Fußgängerinnen inklusive der Gleichstellungsbeauftragten von Troisdorf.

Wir wurden so herzlich von den Troisdorfer Frauen begrüßt, und dieser Abend wird sicherlich mit einer der Bewegendsten auf der Tour bleiben. Es waren intensive Begegnungen möglich, eine Frau hat eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit DIS in Bonn vorgestellt, viel Raum für persönliches Gespräch.

Ich habe wieder gedacht: Es tut so gut, anderen Betroffene zu begegnen, die ihr Leben leben. Es tut so gut, zu spüren, dass man nicht allein ist. Ist. Dass überall Menschen rumrennen, die ähnliches erlebt haben, manchmal auch ähnlich ticken. 

Deshalb möchte ich mich heute sehr sehr herzlich beim wirklich sehr netten und engagierten Troisdorfer Frauenzentrum bedanken – und bei allen Frauen, die da waren. Es hat gut getan mit euch!                                         

Ganz liebe Grüße an euch alle! Herzlichen Dank für die schönen Begegnungen!

P.S.: Lara Lauf-stark war heut soooo müde und ist im Auto geblieben - das ganz weit weg geparkt war... Aber sie lässt dolle lieb grüßen! :-)