lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 19 oder: "Gemeinsam sind wir stark..."



Ein sehr lehrreicher – und schöner Tag war das. Ich hatte von Anfang an total nette Begleitung – Sebastian, ein Ultraläufer, den ich auf dem Dragon Ultra kennengelernt hatte. In der Ultraszene gibt es ganz viele super nette, herzliche und entspannte Leute, die einfach eine Leidenschaft für die Sache haben, ohne die manchmal verbissene Konkurrenz, die oft die übrige Läuferszene beherrscht.

Und so meinte Sebastian auch von Anfang an, dass ihm das Tempo egal ist. Wenn ich z.B. Anstiege gehen will, gehe er eben mit. Es ginge schließlich darum, dass er ich begleitet… Das hat total gut getan und nimmt hier immer Druck raus – gerade wenn LäuferInnen dabei sind, die (auch auf den langen Distanzen) sonst schneller unterwegs sind…

Und wundersamerweise ;-) lief es heute dann auch wieder wie geschmiert – nicht so flott wie zu Beginn, aber eben deutlich leichter als die letzten beiden Tage. Kein Wunder – wir haben uns die ganze Zeit blendend über Gott und die Welt unterhalten und die Zeit verging wie im Flug. Keine Zeit jedenfalls, um sich in die Betrachtung der schwerer werdenden Beine o.ä. zu vertiefen :-P

Auch eine der Parallelen vom Laufen zum Leben, die ich so hilfreich finde. Die Dinge werden manchmal nicht besser, wenn ich mich darein vertiefe, wie schwierig es doch gerade ist… Und auch ich kann das sehr sehr gut (das darein vertiefen, meine ich :-P ). Manchmal hilft eben auch hier Ablenken – und dank Sebastian hatte ich heute eine super nette und zugewandte Ablenkung – samt dem ein oder anderen Tip für die nächsten Ultraläufe. (Und das Shopping-Gen schlägt zum Leidwesen meines Mannes auch wieder zu – der nächste Laufrucksack ist schon im Visier ;-) )

Heute wieder mal die Erkenntnis: „Gemeinsam geht’s manchmal besser“ – und das bei mir Eigenbrödlerin ;-) .

Die Ankunft in Hannover selbst dann hat das noch einmal bestätigt: Hannover hat uns einen super tollen Empfang bereitet. Claudia Chodzinski vom Frauennotruf war die allererste überhaupt gewesen, die sich vor einem Jahr auf meine Anfragen an Frauenberatungsstellen hin sehr begeistert gemeldet hatte: „Wir sind auf jeden Fall dabei…“ Und schon bei der Vorbereitung kam so viel Vorfreude und Begeisterung bei mir an, dass mich schon das sehr berührt hatte.

So sind wir dann mit 6 Leuten gelaufen und geradelt und am Fußgängertreffpunkt von einem größeren Trupp begrüßt worden. Das Klinikum Wahrendorff war mit einer Gruppe PatientInnen dabei, das hat mich ganz besonders gefreut, und noch viele Menschen mehr.

Für mich persönlich besonders bewegend war es, dass einige Leute gekommen sind, denen ich viel davon verdanke, wie mein Leben heute aussieht. Eileen und Sabine vom Verein „Hunde für handicaps“ waren extra aus Berlin angereist – das ist der Verein, der Fianna als Assistenzhündin ausgebildet hat. Tanja und Achim, die Züchter von Fianna, waren da und mit ihnen einige andere „Schafhügler“ und aus meiner Heimat eine „Hunde-Kollegin“ noch dazu. Ach, das war einfach so herzerwärmend schön.

Wow – und die Frauen hier in Hannover hatten alles so liebevoll vorbereitet – irgendwie gibt’s immer noch auf jeder Station etwas Neues. Unglaublich, wie kreativ die Leute sind. Mit Helium gefüllte Ballons gab es, die wir gemeinsam haben steigen lassen. Beutel mit Logo, die mensch gegen Spende erwerben konnte – super schön. Und eine Frau hatte (unglaublich, ich bewundere solch künstlerisches Talent wirklich!) Tücher mit dem Logo bemalt – die reisen auch weiter mit uns nach Hamburg.

Ich möchte mich ganz ganz herzlich bei euch allen bedanken! Es war wunderschön, hier anzukommen.

Und – ich möchte mich heute auch einmal ganz ganz dolle herzlich bei manchem Menschen bedanken, die mir mailen. Mir tut es unendlich gut und stärkt auch mich, wenn ich höre, dass lauf-stark dazu beiträgt, dass manche ein bisschen Mut fassen können. Ganz ehrlich – das macht auch MIR Mut, dass Leben und Kämpfen Sinn machen! 

Liebe grüße und *winke* von einer heute sehr bewegten Katja