lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 18 oder: "...die Spannung steigt..."


Anscheinend geht’s jetzt ans Durchbeißen. Oder (ich will ja nicht negativ denken, ne ;-) ) zumindest heute. 

Ich weiß nicht, worans liegt, aber momentan ist das Laufen gerad definitiv nicht die pure Freude :-P . Kann sein, dass ich für die vielen Laufkilometer langsam doch zu schnell starte – ich lasse es bisher immer einfach rollen und bin, wenn ich allein laufe, immer noch im 5:40er bis 6:00er Pace unterwegs – außer bei Steigungen und Co. natürlich. Aber es gibt noch zig andere Variablen: Ich verstehe z.B. langsam, warum bei längeren Ultra-Events ein Team-Arzt dabei ist und Urin- und Blutproben entnimmt. Ich hau mir immer Magnesium und Co. nach Verdacht rein – aber langsam, nach beinah 3 Wochen, hab ich keine Ahnung, ob noch alles im Gleichgewicht ist. Der Körper scheidet ja unglaubliche Mengen an Salz aus bei dem Wetter – meine Laufhose ist immer richtig weiß hinterher. 

Jedenfalls – heut war nach 22km meine (diesmal die andere) Kniekehle ziemlich mopperig – ich hab keine Ahnung, ob es einfach Krämpfe waren oder was auch immer. Haben dann eine Franzbranntwein-Party gefeiert – und ich habe an Peter Kalina und seine Tempoempfehlung gedacht… Mit bissl gezogener Bremse gings dann auch wieder gut – allerdings hatte ich nach den heutigen 43 km das Gefühl, etwas zombiemäßig durch die Gegend zu laufen. Ist ein lustiges Gefühl, die Beine wie ein Automat, den man nicht abgeschaltet hat. *lach* 

Günter hat derweil auch Stress – ich doof hab zu wenig Medikamente eingepackt… Die sind jetzt alle – und ich kenn die Auswirkungen, die plötzliches Absetzen hat. Will man nicht wirklich haben – vor allem nicht, wenn man morgen weiterlaufen will. Da tut es doppelt nicht gut, wenn man das Essen direkt wieder ausspuckt oder ähnliches… Also haben wir Claudia Chodzinski vom Frauennotruf in Hannover um Hilfe gebeten – und die hat tatsächlich eine Lösung gefunden. Puh *stirnwisch* Gleich gibt’s Ersatz – den der arme Günter jetzt aber noch in Hannover holen muss. Und was morgen 38km zu Fuß sind, sind mit dem Auto 60km – wir hocken hier ziemlich in der Pampa. 

Ich dagegen stelle heute einen Antrag auf eine mobile Waschmaschine im Schlepptau. Schweiß ist ja eh nicht gerad Parfum, aber so ganz bärig riechend wollen wir dann doch nirgendwo ankommen. Und so hab ich mal munter eine Komplettladung per Handwäsche gewaschen und im Zimmer verteilt. Na ja, so mischt sich wenigstens der Hauch des Waschmittels zwischen „alles andere“ :-P .

Der Alltag geht also auch bei lauf-stark weiter ;-) . 

Aber was zu lachen gibt’s immer. Heut morgen in dem spleenigen Kurhotel (O-Ton: „Vodafone hat hier keinen Empfang, und WLAN gibt es nur im Eingangsbereich – wir sind ein Ort der Entspannung…“) am Frühstücksbuffett kruschtelte ein älterer Herr Ewigkeiten am Müsli (verschiedene Töpfe nebeneinander) rum. Irgendwann dann er zu mir: „Hm. Hm. Hm. Also, vor dem Knuspermüsli stand das Schild von den Haferflocken. Aber das gehört doch da gar nicht hin. Was soll ich denn da machen? So was. Also ich hab es jetzt mal ausgetauscht. Aber ich weiß ja auch nicht, ob ich dazu befugt bin…“ fragender Blick zu mir. Ich drei Fragezeichen :-D . Nee echt, war skurril da – die Erzählung ist auch nicht bös gemeint ;-). 

Morgen also Hannover – und so dolle wie der Frauennotruf sich schon freut, werde ich auch ganz hibbelig… die drittletzte Ankunft… Oh drückt mir die Daumen, dass ich noch 7 Tage durchhalte – langsam packt mich ja doch das „ich-will-das-schaffen-Fieber“ :-