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"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 17 oder: "Nüsschen für Nüsschen wie das Eichhörnchen im Herbst..."


Manchmal bin ich wirklich dankbar, mit Bertha und Hummelchen zwei so kluge Begleiterinnen dabei zu haben. Und heute besonders.

Es war nämlich ein mühsamer Tag – der Körper war noch müde von der Ankunft gestern. War ja verhältnismäßig spät, und das merke ich dann immer am nächsten Tag. Dazu kam die wirklich brennend-stechend heiße Sonne – und ein ständiges mehr oder weniger sanftes hügelauf hügelab :-P . Normalerweise liebe ich es, es bergab einfach rollen zu lassen, aber das geht nicht. Ich muss sehr darauf achten, alle Stöße in der Muskulatur abzufangen, damit sie die Knie nicht belasten – geht ja schließlich (hoffentlich!!!) noch 8 Tage weiter! Bergab also mit angezogener Handbremse, bergauf eh anstrengend – püh. 

Was war ich froh, dass ich Bertha und Hummelchen dabei hatte. Hummelchen hat alles gegeben, und mir mit ihren Flügeln Luft zugefächelt – vor allem, als ich dachte, mein Hirn wäre langsam etwas angesengt :-P . Und hat immer wieder gesumselt: „Tschacka, du bist so weit gekommen, du schaffst auch diesen Tag…“ Tut gut, wenn man jemanden huckepack hat, der so unverdrossen Mut machen kann.

Und Bertha – die ist ja ein sehr weit gereistes und lebenserfahrenes Schaf. Sie hatte den ein oder anderen weisen Ratschlag in peto: „Kilometer für Kilometer, Nüsschen für Nüsschen wie das Eichhörnchen…. Dann kommst du an.“ 

Ist schon witzig, an solchen Tagen denke ich, wie sich Leben und Laufen doch gleichen. Die Strecke, die vor einem liegt, muss man in mundgerechte Happen zerteilen, sonst schafft mans nicht. Wenn ich auf das riesen weit entfernt scheinende Ziel schaue, sagt der Kopf: „NIEMALS schaffst du das…“ Besser, wenn ich nur die 10km-Treffpunkte mit Günter anpeile: Dorthin geht’s dann richtig fix, ich freu mich, wenn ich da bin – und irgendwann kommen wir am Ziel an. 

Dort angekommen gabs dann noch ein kleines Intermezzo – an unserem angepeilten Hotel war niemand erreichbar. Super – wir waren nicht wirklich begeistert. Hat sich aber hinterher als Glück entpuppt, denn jetzt sind wir in einem sehr niedlichen Kurhotel und Beine und Rücken haben sich sehr über eine Lockerung im hauseigene Schwimmbecken gefreut. Bissl skurril hier, und hat etwas von Miss-Marple-Athmosphäre – aber eben hat ein mittelälterer Herr am Nebentisch einen großen Grashüpfer fein vorsichtig gerettet und ins Grüne getragen. So was gibt’s auch noch – wie schön! 

Uffz – ein etwas härterer Tag ist vorbei. Und es ist verrückt, wie die Zeit verfliegt.  Bertha und Hummelchen hibbeln langsam schon dem Ankommen in Hamburg und nachherigem Besuch bei „Bertas Wollscheune“ entgegen… Aber bis auf weiteres geht es so weiter: Nüsschen für Nüsschen… ;-)