lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 11 oder: "Manchmal hilft nur durchbeißen..."


Puh, heute war ein schwieriger Tag.
Fing damit an, dass ich in der Nacht Alpträume hatte. Andere werden das kennen: Wie zerschlagen aufzuwachen, teilweise sogar mit Muskelkater, weil der Körper in der Nacht so sehr „gearbeitet“ hat.
Muskelkater hatte ich nach der Nacht keinen, aber der Körper ziemlich zerschlagen. Die Muskulatur konnte ich auch mit der allmorgendlichen Black-Roll-Einheit nicht lockern. Dazu halt ein ziemlicher Grund-Panikpegel. Dummerweise konnte ich außerdem dem hervorragenden Frühstücksbüffet auch nicht widerstehen und musste danach direkt los, so dass Obstsalat und Latte Machiato gemeinsam mit den Brötchen zunächst ein munteres Hüpfespiel genmim Bauch veranstaltet haben… :-PJedenfalls: Es ging heut mühsam, zwar immer noch sehr flott, aber anstrengend und mit fester Muskulatur. Das ist nicht gut, denn wenn die Muskeln nicht richtig arbeiten, fangen sie die Erschütterungen des Laufens nicht ab, und dann gibt’s irgendwann Knie- oder Sehnenprobleme. Deswegen bin ich heute die ganze Zeit sehr sehr auf die Bewegung konzentriert gelaufen.Dazu kommen die üblichen Nachwirkungen der Alpträume: Ständig schien vor meinem Auge im Wald oder um die Ecke irgendein Mensch zu stehen. Heute ist es so, dass ich zwar im ersten Moment jemanden wahrnehme, aber gleichzeitig weiß, dass das nicht die Realität ist. Es geht dann, sich wieder herunterzuregeln, aber es bleibt anstrengend und mit immer wieder Erschrecken. Früher haben die Flashs dann die Realität komplett überlagert.
In solchen Stunden bin ich mega froh, wenn Fianna dabei ist. Sie kommt nämlich IMMER, wenn ein Mensch sichtbar wird, zu mir – ein Nebeneffekt der Hilfeleistung „Menschenanzeige“. Das gibt unglaublich Sicherheit.
Richtig schön dagegen war die Ankunft im Franz Sales Haus, das uns mit der Übernachtung sponsert. Eine der schönen Geschichten von lauf-stark: Auf meine Anfrage hin haben sie nicht nur die Übernachtung zugesagt, sondern wollten lauf-stark gern sogar noch anderweitig unterstützen. Da die Frauenberatungsstellen hier kein Interesse hatten, war das doppelt toll! Und so hat das Franz Sales Haus in Essen auch Pressearbeit gemacht und lauf-stark etwas unters Volk gebracht. Ist das nicht klasse?
Heute wurden wir dann super super nett mit einem kleinen Imbiss empfangen – auch der Leiter der Einrichtungen hat uns begrüßt. Wir, das war in diesem Fall ein kleiner und unglaublich netter Kreis. Vera war von lauf-stark so begeistert, dass sie schon gestern in Düsseldorf mit dabei war und hatte heute eine Kollegin mitgebracht. Dann gab es eine Rollerfahrerin ;-) und zwei Mitarbeitende vom Franz Sales Haus.
Ich finde es total genial, dass sogar eine Stadt, die eigentlich in Ermangelung der Mitarbeit von Frauenberatungsstellen als Anlaufpunkt wegfallen sollte, trotzdem so schön vertreten war.


Ein besonders herzliches Dankeschön an das Franz Sales Haus und alle MitstreiterInnen heute.

Ich bin übrigens danach noch fix bissl schwimmen gegangen – Knie kühlen und Muskeln lockern. Eine der Errungenschaften von „lauf-stark“: ich habe gelernt, dass Schwimmbad gar nicht so entsetzlich ist… ;-) Und weil wir schon mittags angekommen sind, ist heut früh Ruhe. Die brauche ich auch – mein übliches Schlafpensum von ca. 11h (ist notwendig, um stabil zu bleiben), reduziert sich die ganze Zeit um beinahe die Hälfte… Bin schon bei Günters Massage dauernd eingepennt.

Wir betten also unsere müden Knochen jetzt zur Ruhe – und wer in Essen einmal ein Hotel sucht, dem sei das Franz Sales Haus sehr ans Herz gelegt!