lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Tag 1 danach oder: "...andere Menschen können Lebenselixier sein..."


Da ihr geschrieben habt, ihr würdet gern weiter lesen, müsst ihr jetzt da durch, dass ich auch zum Tag danach noch meine „Weisheiten“ ;-) (Ironie!!!) von mir gebe… Der Tag danach – begann damit, dass ich im pladdernden Regen meine letzten Kilometer zur 1.000km-Marke gelaufen bin – ein Lauf nur für mich. 

Erst sehr zwiespältig – das Bettchen war so schön – und nur auf die Uhr schauend. Und wie immer wurde es dann leichter und fröhlicher, als ich den Lauf selbst einfach nur genossen hab. Wenn ich laufe, um zu laufen, dann tut es einfach nur gut und macht Spaß. Wenn ich laufe, um Kilometer hinter mich zu bringen, abzunehmen oder sonstiges – dann dehnt sich die Strecke ins Unendliche. Auch das – wie im wahren Leben…

Es war tatsächlich ein Lauf nur für mich – und das hat noch einmal echt gut getan. Es hat auch gepasst, dass es wie aus Eimern geschüttet und mich erst Überwindung gekostet hat. Denn danach hatte ich ein bisschen das Gefühl von: Du kannst auch einfach nur für dich selbst stark sein… Auch das ist erlaubt ;-) und möglich. Tschacka. :-)   

Danach haben wir uns zu einem sehr leckeren Frühstück mit Ulla Fröhling getroffen – in einem Café, das einfach nur nett gemütlich-spleenig war. So wie wir es echt lieben.

Das war schon die erste Begegnung an diesem Tag, die unendlich gut getan hat.

Ich bin in Begegnungen mit Menschen eigentlich immer auf Hab-Acht-Stellung, frage hinterher Günter x-mal, ob alles okay war. Der Adrenalin-Pegel ist immer hoch, immer das Alarmlicht an, ob Gefahr droht. Da können die jeweiligen Menschen gar nichts dazu – und sie können auch nichts tun, um das zu lindern. Es ist einfach „mein Ding“ – eine der Überbleibsel der Geschichte, mit denen ich mich abgefunden hab.

Aber umso befreiender und wunderbarer erlebe ich dann Begegnungen, wo das nicht so ist. Wo ich einfach sein kann, ohne ständig unter Stress zu stehen. Und wo gefühlt alles seinen Raum haben und sein darf. Das ist wie Wasser nach einem langen Lauf „auf dem Trockenen“.   

Ich kannte ja Ulla Fröhling vorher auch nur aus Telefonaten und per mail. Echt – die Aufregung vor den ersten persönlichen Begegnungen war groß. Deshalb war es für uns eine absolute Überraschung, dass die Begegnung einfach nur wohltuend war. Und eine große gefühlte Nähe da war – auch die zu spüren, tut einfach nur gut. Sie ist selten und ein riesiges Geschenk. Leider haben wir versäumt, noch ein Foto zu machen. Das finde ich soooo schade...

Und genauso ging es an diesem Tag auch weiter. Wir haben Bertha aus Nordfriesland besucht – und natürlich auch Sabine Marya und Hans Weiss :-) . Und es war, als würde man nach Hause kommen – obwohl wir uns nie vorher begegnet sind. Ich kriege jetzt noch eine Gänsehaut und hab Tränen in den Augen, wenn ich daran zurück denke. Was für beeindruckende Menschen – und ich hätte sie beim Drücken zum Abschied am liebsten gar nicht losgelassen. Und das bei mir, die eigentlich immer körperlich auf Abstand bleiben mag ;-) .   

Was für ein Geschenk sind Menschen, denen man sich im tiefsten Innern so sehr verbunden fühlt – obwohl man sich kaum kennt. Es sind Begegnungen, die einen durch viele Tage tragen können.   

Und ich hab wieder gedacht: Vergangene Erfahrungen setzen uns glaub ich immer auch eine Brille auf die Nase. Und wenn die Erfahrungen so schrecklich und lebensbedrohend waren, dann sitzt die Brille fest, durch die wir unser Leben wahrnehmen.

Es ist so unendlich wichtig, diese Brille zu versuchen, zumindest zeitweise einmal abzusetzen. Es mag überall grausame, gedankenlose, gleichgültige Leute geben. Aber genauso überall gibt es absolut tolle Menschen. Wenn ich die sehen und finden kann – dann können andere Menschen mich mittragen.

Ich bin so sehr dankbar für diesen Tag – und danke Ulla, Sabine und Hans… <3 

Lara wollte eigentlich den Goldenen Honigtopf an Ulrike Obermeyer übereichen. Aber wir hatten nicht geschafft, besser zu planen, uns so hat Lara den "Goldenen Honigtopf für hummelchen-zum-Leben-erhäkelnde Dienste" nur dalassen können.

Hihi, gestern auf der Rückfahrt hat Lara dann noch das Meer gesehen. Oder vielmehr das, was sonst das Meer ist, es war nämlich gerad nicht zu Hause. Aber wir konnten durch das Watt matschen (yessssss), Muscheln sammeln und Krabben beobachten. Hach war das schön…   

...und in den nächsten Stunden oder Tagen werd ich alles mal noch einmal sacken lassen. Werd dann noch erzählen, was ich für mich am meisten mitnehmen möchte...

*winke* an alle - und ich bin so dankbar für all die Menschen, die mich ein paar Minuten, Stunden oder Tage bei lauf-stark begleitet haben... <3 <3 <3