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"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Was kann ein Assistenzhund PTBS/DIS leisten – wo sind die Grenzen…


Informationen zu möglichen Hilfeleistungen finden Sie hier, auf Fiannas Seite.

Im folgenden soll es um grundlegende Überlegungen zum Assistenzhund PTBS/DIS generell gehen und zu dem, was "mensch" realistischerweise von ihm erwarten kann.

1) Ein Assistenzhund PTBS/DIS kann im Leben unschätzbare Hilfe leisten und an Stellen unterstützen, die trotz Therapie „wunde Punkte“ im Leben bleiben. Er kann lernen, Panikattacken zu unterbrechen, Sicherheit verleihen und Belastungen mildern, die auf Dauer zu einem „overload“ führen würden. Manche Lebensbereiche können durch ihn wieder neu zugänglich werden.

ABER: Ein Assistenzhund PTBS/DIS ist "kein Prinz auf dem weißen Pferd.“ Ich sage das so deutlich, weil wir selbst die Falle des „wenn-dann-Denkens“ so gut kennen. „Wenn ich das-und-das habe – (Partner, Geld, Prüfung, Schlanksein – oder eben auch Hund) – dann geht es uns gut“. Eine Grundstabilität im Leben muss gegeben sein, um den Hund überhaupt artgerecht halten und nicht zuletzt auch ausbilden zu können.

Ein Hund kann einen nicht „retten“, genauso wenig wie alle(s) andere(n) von außen. Retten können letztendlich nur Sie selbst sich – vielleicht mit der Unterstützung eines Hundes.

2) Ein Assistenzhund für PTBS/DIS kann zu einem Anker werden, der in Therapie und Alltag aus flashs zurück in die Realität holt und Paniksituationen mindert. Er kann so die Arbeit in der Therapie unterstützen.

ABER: Ein Assistenzhund für PTBS/DIS ersetzt keine Therapie, ersetzt auch nicht die Arbeit an sich selbst, den Umgang mit Angst etc. Vielmehr brauchen Sie eine gewisse Stabilität im Leben, um überhaupt mit einem Hund leben und arbeiten zu können. Denn Sie sind damit nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern zusätzlich auch für ein Lebewesen, das auf Sie angewiesen ist. Dazu kommt: Auch der Assistenzhund muss alle Hilfeleistungen erst einmal in einem längeren Ausbildungsprozess lernen!

3) Ein Assistenzhund kann helfen, an der eigenen Sicherheit zu arbeiten – schon allein dadurch, dass es sich für ihn „lohnt“, dass wir gesund und sicher leben. Er kann u.U. helfen, Druck abzubauen, bevor der in Selbstverletzung oder Schlimmerem mündet, kann Spannungszustände unterbrechen – unter bestimmten Voraussetzungen. 

ABER: Ein Assistenzhund ist nicht dazu da, Ihre Sicherheit im Leben zu gewährleisten. Damit überfordern Sie ihn und gefährden außerdem u.U. noch Ihre Umwelt. Ein Hund, der selbständig entscheidet, wann eine Situation für Sie bedrohlich wird und aggressiv zu reagieren lernt, bildet eine Gefahr. Denn u.U. schätzt er irgendwann auch ein sich näherndes Kind o.ä. als Bedrohung ein - und reagiert entsprechend. Äußerer Schutz durch aggressives Verhalten darf niemals Aufgabe eines Assistenzhundes sein. Vielmehr sind Sie dafür verantwortlich, dass der Hund an Ihrer Seite selbst sicher bleibt. Das gilt auch, wenn Sie noch Täterkontakt haben...

4) Bei DIS: Ein Assistenzhund PTBS/DIS kann die Zusammenarbeit verschiedener Innenpersonen fördern, da in der Ausbildung wichtig ist, dass alle möglichst an einem Strang ziehen. 

ABER: Eine gewisse Innenkommunikation und die Bereitschaft, sich miteinander zu verständigen, müssen vorab gegeben sein – und NATÜRLICH die Sicherheit, dass NIEMAND von innen dem Hund schaden könnte!!! 

5) Ein Hund im Leben generell bringt Lebensfreude, Struktur im Alltag und Kontakte. Denn er muss spazieren gehen, man begegnet anderen Menschen, hat direkt ein Gesprächsthema usw. Ein Hund entbindet einen davon, sich selbst immer wieder aufraffen zu müssen, um z.B. das Haus zu verlassen – der Hund muss einfach `raus. 

ABER: Es muss gewährleistet sein, dass die Bedürfnisse des Hundes erfüllt werden – egal ob es mir gerade gut geht oder nicht. Es ist MEINE Verantwortung…